Am Mittwoch, den 15. Juli 2026, begründe ich im Landtag unter (TOP 5) unseren Antrag „Rückkehr zur Kernenergie jetzt! Den energiepolitischen Sonderweg beenden: Für eine sichere, bezahlbare und technologieoffene Stromversorgung“ (Drucksache 18/20422). Wir beantragen:
Der Landtag stellt daher fest:
- Nordrhein-Westfalen ist als größter Industriestandort Deutschlands in besonderer Weise auf eine sichere, jederzeit verfügbare und wettbewerbsfähige Energieversorgung angewiesen.
- Hohe Strompreise gefährden insbesondere die energieintensive Grundstoffindustrie und damit industrielle Wertschöpfungsketten in Nordrhein-Westfalen.
- Die bereits weit vor dem Ukraine-Krieg stark gestiegenen deutschen Energiepreise sowie die hohen Kosten für die Aufrechterhaltung der Netzstabilität verdeutlichen das Versagen der sogenannten Energiewende.
- Die ideologisch veranlasste Energiepolitik der vergangenen Jahre hat gesicherte Erzeugungskapazitäten reduziert und die Abhängigkeit von wetterabhängiger Stromerzeugung, Stromimporten und zusätzlichen Gaskraftwerken erhöht.
- Der deutsche Ausstieg aus der Kernenergie hat ihre Nutzung in Europa nicht beendet, sondern die Erzeugung lediglich ins Ausland verlagert.
- Eine Rückkehr zur friedlichen Nutzung der Kernenergie ist verfassungsrechtlich möglich und erfordert insbesondere eine Änderung des Atomgesetzes.
- Moderne Kernkraftwerke und Small Modular Reactors können einen Beitrag zu Versorgungssicherheit, Preisstabilität und industrieller Wettbewerbsfähigkeit leisten.
- Technologieoffenheit ist ein wesentlicher Grundpfeiler einer demokratischen und freien Gesellschaft.
Der Landtag fordert die Landesregierung auf,
- sich auf Bundesebene für eine Rückkehr Deutschlands zur friedlichen Nutzung der Kernenergie einzusetzen;
- eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Atomgesetzes vorzubereiten, mit der die Genehmigung neuer Kernkraftwerke zur gewerblichen Stromerzeugung wieder ermöglicht wird;
- sich dafür einzusetzen, die Kernenergie gesetzlich als zulässigen Bestandteil einer sicheren, bezahlbaren und wettbewerbsfähigen Energieversorgung sowie als im überragenden öffentlichen Interesse liegend einzustufen;
- sich für schnellere, planbare und digitalisierte atomrechtliche Genehmigungsverfahren einzusetzen, ohne die Anforderungen an Reaktorsicherheit, Strahlenschutz, Entsorgung und Haftung abzusenken;
- sich für Typenzulassungen, vereinfachte Folgegenehmigungen baugleicher Anlagen und beschleunigte Anerkennungsverfahren für Reaktordesigns mit vergleichbarem internationalem Sicherheitsstandard einzusetzen;
- sich für einen eigenständigen Rechtsrahmen für Small Modular Reactors einzusetzen und deren Potenzial für energieintensive Industriestandorte in Nordrhein-Westfalen zu untersuchen;
- die kerntechnische Forschung, Fachkräfteentwicklung und industrielle Wertschöpfung in Nordrhein-Westfalen zu stärken und dem Landtag binnen sechs Monaten über die rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen eines Wiedereinstiegs in die Kernenergie zu berichten;
- eine Standortsuche in Nordrhein-Westfalen zu initiieren, um die Inbetriebnahme von modernen und inhärent sicheren Kernkraftwerken bis zum Jahr 2035 zu ermöglichen.
Meinen Redebeitrag können Sie voraussichtlich um 13:50 Uhr im Parlaments-TV verfolgen.
