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Juli 2026

Gefängnis für kriminelle Ausländer? Das reicht nicht!

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Zum vollständigen Antrag „Strafvollzug entlasten, Ausschaffungen vorbereiten: Freiheitsstrafen ausländischer Straftäter im Herkunftsstaat vollstrecken“ (Drucksache 18/19786).

Was ein FDP-Antrag mit Sternentaler zu tun hat.

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Zum Antrag „Milliarden aus Cum-Ex und Cum-Cum Geschäften sichern statt verjähren lassen – Finanzkriminalität mit wirksamen Strukturen bekämpfen“ der FDP (Drucksache 18/19801).

Sie hassen euch, aber ihr sollt euch für sie abknallen lassen?

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Zum Antrag „Für eine Kultur der Wertschätzung – Maßnahmen zur künftigen Gestaltung des Veteranentags in Nordrhein-Westfalen“ der CDU und Grünen (Drucksache 18/19777).

Juni 2026

Entwicklung von Kreisumlage, Sozialausgaben und Stellenaufbau

Die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen verschlechtert sich seit Jahren kontinuierlich. Immer höhere Umlagen und stetig steigende Sozial- und Verwaltungsausgaben schränken den finanziellen Handlungsspielraum der Kommunen zunehmend ein. Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Sicherheit werden dadurch erschwert oder müssen verschoben werden. Gleichzeitig wächst der Eindruck, dass sich der öffentliche Sektor trotz angespannter Haushaltslage kontinuierlich ausweitet.

Der Bund der Steuerzahler NRW fordert seit Längerem eine strukturelle Entlastung der Kommunen und weist darauf hin, dass insbesondere steigende Sozialausgaben, zunehmende Bürokratieanforderungen und steigende Personalkosten die kommunalen Haushalte belasten.

Auch der Deutsche Städtetag beschreibt die kommunalen Haushalte als unter massivem Konsolidierungsdruck stehend. Neben steigenden Personal- und Sachkosten wird insbesondere eine fortlaufende Ausweitung der Aufgaben benannt, die von Bund und Land auf die kommunale Ebene übertragen werden, ohne dass eine dauerhaft ausreichende Gegenfinanzierung sichergestellt ist.

Zudem zeigen Analysen zur Entwicklung der Kreisumlage, dass steigende Umlagesätze eine strukturelle Belastungsspirale auslösen können: Steigende Ausgaben der Kreise führen zu höheren Umlagen, wodurch sich die Haushaltslage der kreisangehörigen Kommunen weiter verschlechtert und ihre Investitionsfähigkeit zunehmend eingeschränkt wird.

Wir fragten daher die Landesregierung (am Beispiel des Kreises Coesfeld):

  1. Wie hat sich der Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage bzw. der differenzierten Kreisumlage im Kreis Coesfeld seit dem Jahr 2015 entwickelt? (Bitte tabellarisch nach Jahren darstellen.)
  2. Wie haben sich die Transferaufwendungen des Kreises Coesfeld seit dem Jahr 2015 entwickelt? (Bitte jährlich in Euro angeben.)
  3. Wie haben sich die Gesamtaufwendungen des Kreises Coesfeld seit dem Jahr 2015 entwickelt? (Bitte jährlich in Euro angeben.)
  4. Wie hat sich die Anzahl der vollzeitäquivalenten Stellen beim Kreis Coesfeld seit dem Jahr 2015 entwickelt? (Bitte jährlich darstellen.)
  5. Wie hat sich seit dem Jahr 2015 die Anzahl der vollzeitäquivalenten Stellen entwickelt, deren Finanzierung nicht vollständig durch Gebühren, Kostenerstattungen, Fördermittel oder Erstattungen anderer Kostenträger oder sonstiger Drittmittel gedeckt ist? (Bitte jährlich darstellen und Art der Drittmittel angeben.)

Aus den Antworten der Landesregierung lässt sich ein beunruhigendes Muster erkennen: Die Transfer- und Gesamtaufwendungen sowie die Anzahl der vollzeitäquivalenten Stellen steigen massiv bei nicht im gleichen Maße steigenden Einnahmen.

Im Kreis Coesfeld zum Beispiel sind die Transferaufwendungen zwischen 2015 und 2024 um zirka 88 Prozent gestiegen und die Gesamtaufwendungen sogar um 90 Prozent. Im gleichen Zeitraum stieg die Anzahl der vollzeitäquivalenten Stellen um mehr als 45 Prozent. Auch die zwischenzeitlich etwas gesunkene Kreisumlage lag 2025 über dem Stand von 2015.

In Anbetracht des aktuellen wirtschaftlichen Abschwungs, der in den Antworten der Landesregierung nur zum Teil abgebildet ist, ist davon auszugehen, dass den Städten und Gemeinden schwere Zeiten bevorstehen.

Kreis Kleine Anfrage Antwort der Landesregierung
Kreis Borken Kleine Anfrage 7966 (Drucksache 18/19200) Drucksache 18/20266
Kreis Coesfeld Kleine Anfrage 7968 (Drucksache 18/19202) Drucksache 18/20268
Kreis Düren Kleine Anfrage 7969 (Drucksache 18/19203) Drucksache 18/20269
Ennepe-Ruhr-Kreis Kleine Anfrage 7965 (Drucksache 18/19199) Drucksache 18/20265
Kreis Euskirchen Kleine Anfrage 7970 (Drucksache 18/19204) Drucksache 18/20270
Kreis Gütersloh Kleine Anfrage 7971 (Drucksache 18/19205) Drucksache 18/20271
Kreis Heinsberg Kleine Anfrage 7972 (Drucksache 18/19206) Drucksache 18/20272
Kreis Herford Kleine Anfrage 7973 (Drucksache 18/19207) Drucksache 18/20273
Hochsauerlandkreis Kleine Anfrage 7967 (Drucksache 18/19201) Drucksache 18/20267
Kreis Höxter Kleine Anfrage 7974 (Drucksache 18/19208) Drucksache 18/20274
Kreis Kleve Kleine Anfrage 7975 (Drucksache 18/19209) Drucksache 18/20275
Kreis Lippe Kleine Anfrage 7976 (Drucksache 18/19210) Drucksache 18/20276
Kreis Mettmann Kleine Anfrage 7977 (Drucksache 18/19211) Drucksache 18/20277
Märkischer Kreis Kleine Anfrage 7988 (Drucksache 18/19222) Drucksache 18/20288
Oberbergischer Kreis Kleine Anfrage 7990 (Drucksache 18/19224) Drucksache 18/20290
Kreis Olpe Kleine Anfrage 7978 (Drucksache 18/19212) Drucksache 18/20278
Kreis Paderborn Kleine Anfrage 7987 (Drucksache 18/19221) Drucksache 18/20287
Kreis Recklinghausen Kleine Anfrage 7979 (Drucksache 18/19213) Drucksache 18/20279
Rhein-Erft-Kreis Kleine Anfrage 7991 (Drucksache 18/19225) Drucksache 18/20291
Rhein-Kreis Neuss Kleine Anfrage 7993 (Drucksache 18/19227) Drucksache 18/20293
Rhein-Sieg-Kreis Kleine Anfrage 7994 (Drucksache 18/19228) Drucksache 18/20294
Rheinisch-Bergischer Kreis Kleine Anfrage 7992 (Drucksache 18/19226) Drucksache 18/20292
Kreis Siegen-Wittgenstein Kleine Anfrage 7980 (Drucksache 18/19214) Drucksache 18/20280
Kreis Soest Kleine Anfrage 7981 (Drucksache 18/19215) Drucksache 18/20281
Kreis Steinfurt Kleine Anfrage 7982 (Drucksache 18/19216) Drucksache 18/20282
Städteregion Aachen Kleine Anfrage 7989 (Drucksache 18/19223) Drucksache 18/20289
Kreis Unna Kleine Anfrage 7983 (Drucksache 18/19217) Drucksache 18/20283
Kreis Viersen Kleine Anfrage 7984 (Drucksache 18/19218) Drucksache 18/20284
Kreis Warendorf Kleine Anfrage 7985 (Drucksache 18/19219) Drucksache 18/20285
Kreis Wesel Kleine Anfrage 7986 (Drucksache 18/19220) Drucksache 18/20286

Stand und Verzögerungen landeseigener Verkehrs- und Infrastrukturprojekte

Eine leistungsfähige Verkehrs- und Infrastruktur ist eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung, Mobilität und Lebensqualität in Nordrhein-Westfalen. In zahlreichen Kreisen des Landes sind derzeit Projekte geplant oder in Umsetzung, deren Fortschritt für die Bürger des Landes sowie für die regionale Wirtschaft von erheblicher Bedeutung sind. 2025 waren allein für Maßnahmen zum Erhalt von Landesstraßen 231 Millionen Euro vorgesehen, in den Erhalt von Bundesstraßen sollen 154 Millionen Euro fließen. Hinzu kamen rund 39,5 Millionen Euro für den Bau und die Sanierung von Radwegen an Landesstraßen.

Da es bei Infrastrukturvorhaben immer wieder zu Verzögerungen, Kostensteigerungen oder unklaren Projektständen kommt, fragten wir die Landesregierung (am Beispiel des Kreises Minden-Lübbecke):

  1. Wie viele landeseigene Verkehrs- und Infrastrukturprojekte aus der laufenden Legislaturperiode befinden sich aktuell im Kreis Minden-Lübbecke in Umsetzung?
  2. Wie viele landeseigene Verkehrs- und Infrastrukturprojekte sind im Kreis Minden-Lübbecke derzeit verzögert? (Bitte die Dauer der bisherigen bzw. erwarteten Verzögerung aufführen)
  3. Bei wie vielen Projekten wurde bislang noch nicht mit der Umsetzung landeseigener Verkehrs- und Infrastrukturprojekte begonnen, obwohl ein geplanter Starttermin im Kreis Minden-Lübbecke vorlag? (Bitte Maßnahmen und geplante Starttermine benennen)
  4. Welche zusätzlichen Kosten sind durch Verzögerungen bei den einzelnen Projekten landeseigener Verkehrs- und Infrastruktur im Kreis Minden-Lübbecke entstanden (bitte nach Projekten aufschlüsseln)?
  5. Welche landeseigene Verkehrs- und Infrastrukturprojekte im Kreis Minden-Lübbecke werden derzeit beklagt?

In ihren Antworten gibt sich die Landesregierung wortkarg. Auf die Frage, welche Kosten durch Verzögerungen entstanden seien, behauptet die Landesregierung, dass „Mittel, die durch Verzögerungen von Projekten nicht verausgabt werden konnten, […] durch das Vorziehen anderer vorgesehener Maßnahmen gebunden und verausgabt“ würden. Dabei blendet die Landesregierung jedoch anscheinend die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kosten durch veraltete Infrastruktur und steigende Baukosten aus.

Terroristische Gefährder und Relevante Personen – Wie hoch ist die Gefahr?

Deutschland ist seit Jahren zunehmend auch durch islamistische Anschläge gefährdet, die auch im Zusammenhang mit einer weitgehend ungesteuerten Migration und einer unzureichenden Abschiebepraxis stehen. Die brutale Messerattacke in Mannheim im Mai 2024 sowie der Anschlag in Solingen im August 2024, bei dem ein abgelehnter syrischer Asylbewerber mehrere Menschen tötete und verletzte, machen diese Gefahr mehr als deutlich. Solche Taten sind die leidige Konsequenz eines politischen Versagens, wenn bekannte Gefährder trotz Ausreisepflicht zu oft im Land verbleiben.

Insbesondere rechtliche und bürokratische Hürden erschweren oder verhindern die notwendigen Abschiebungen. Selbst die Einstufung als islamistischer Gefährder führt nicht automatisch zu konsequenten Maßnahmen, und zuständige Behörden sind nicht immer ausreichend informiert oder handlungsfähig. Darüber hinaus haben politische Ankündigungen, etwa zu einer verstärkten Rückführung von Straftätern und Gefährdern, bislang noch immer zu wenig Umsetzung gefunden.

Wir fragten daher die Landesregierung (am Beispiel des Kreises Minden-Lübbecke):

  1. Wie bewertet die Landesregierung die aktuelle Sicherheitslage respektive Gefährdungssituation im Kreis Minden-Lübbecke im Hinblick auf potenzielle Bedrohungen durch Einzeltäter, extremistische Netzwerke oder andere sicherheitsrelevante Akteure?
  2. Von welchen Tätergruppen aus den einzelnen Extremismusphänomenen respektive PMK-Bereichen geht die größte abstrakte wie konkrete Bedrohung für die Bevölkerung aus?
  3. Welche Maßnahmen wurden respektive werden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Sicherheitsbehörden – insbesondere Kreispolizeibehörde, Landeskriminalamt, Verfassungsschutz – jeweils ergriffen, wie zum Beispiel Observation und Prävention, um von diesen Personen ausgehende Gefahren zu minimieren?
  4. Welche Kosten sind jeweils durch die in Frage 3 abgefragten Maßnahmen seit 2015 bis heute pro Jahr entstanden?
  5. Welche Präventions- beziehungsweise Deradikalisierungsprogramme gegen die einzelnen Extremismusphänomene respektive PMK-Bereiche werden im Kreis Minden-Lübbecke von wem durchgeführt?

Einmal mehr gibt die Landesregierung eine lange Antwort, ohne groß etwas zu sagen. Dabei fällt auf, dass sie ausschließlich von einer „abstrakten“ Gefährdungslage spricht, obwohl wir in einer weiteren Kleinen Anfrage erfahren haben, dass sich im Jahr 2025 in Nordrhein-Westfalen 177 Gefährder des Phänomenbereichs PMK -religiöse Ideologie- befunden haben. Der Solinger Anschlag sollte als warnendes Beispiel dienen: Eine Gefahr, die als „abstrakt“ eingestuft wird, ist nicht weniger real. Drei Menschen haben dafür mit ihrem Leben bezahlt.

Aber auch dafür baut die Landesregierung in ihrer Antwort vor und teilt mit, dass „die grundsätzliche bestehende Gefährdung durch irrational handelnde oder emotionalisierte Einzeltäterinnen und -täter bzw. allein handelnde Täterinnen oder Täter aus dem Bereich der PMK – u.a. der religiösen Ideologie – und die damit verbundene Möglichkeit von nicht kalkulierbaren Handlungsweisen, insbesondere bei öffentlichen Veranstaltungen, […] zu bedenken“ ist.

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