Januar 2018
Probleme mit neuen Polizisten und Polizeischülern
Zur vollständigen Kleinen Anfrage 603 (Drucksache 17/1448).
Wir sind erschrocken über die Missstände an der Berliner Polizeiakademie. Es wird von Hass, Lernverweigerung und Gewalt berichtet. Weiter sollen einige Polizeischüler eine kriminelle Vergangenheit haben oder sogar Kontakte zur organisierten Kriminalität.
Solche Zustände müssen wir in NRW verhindern. Die Polizei als Garant der öffentlichen Sicherheit und Ordnung steht vor enormen Herausforderungen. Einerseits ist dringend mehr Personal erforderlich, andererseits dürfen die Qualität der Polizisten und ihre Ausbildung nicht darunter leiden, dass die Politik schnell Abhilfe schaffen will, indem sie die Standards senkt. Wir fragten deshalb die Landesregierung:
- Wie viele Personen wurden in den letzten 10 Jahren bei der Polizei eingestellt?
- Wie viele dieser Personen hatten Migrationshintergrund? (Bitte nach ausländischer Staatsbürgerschaft, mindestens ein Elternteil mit ausländischer Staatsangehörigkeit und deutscher Staatsbürgerschaft aufschlüsseln)
- Gab es in diesen Personengruppen Einstellungen mit noch nicht getilgten Vorstrafen im behördlichen Führungszeugnis?
- Wie hoch war die Anzahl aus diesen Personengruppen, die sich erfolgreich den Ausbildungsplatz bei der Polizei eingeklagt haben?
- Wie hat sich die Zahl der disziplinarischen Maßnahmen in den letzten 10 Jahren entwickelt?
Von den 15.225 zwischen 2008 und 2017 eingestellten Kommissaranwärtern hatten 1.609 einen Migrationshintergrund und von diesen 248 eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Landesregierung weicht der Beantwortung der vierten Frage aus, indem sie sich auf den Punkt zurückzieht, dass in der entsprechenden Statistik ein Migrationshintergrund nicht erfasst wird. Die Entwicklung der disziplinarischen Maßnahmen wird statistisch nicht erfasst.
Zur vollständigen Antwort der Landesregierung (Drucksache 17/1637).
Dezember 2017
Importieren wir uns den Antisemitismus auf die Schulen?
Zur vollständigen Kleinen Anfrage 578 (17/1357).
Immer häufiger hört man, dass jüdische Schüler von Tätern aus dem arabischen oder türkischen Kulturkreis gemobbt und angegriffen werden. Laut der Studie „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland“ der Universität für angewandte Wissenschaften in Frankfurt am Main äußern 70 Prozent der Befragten jüdischen Glaubens die Sorge, dass Judenhass durch Zuwanderung aus dem muslimischen Kulturkreis zunehmen werde. Ebenfalls 70 Prozent der Befragten tragen aus Angst vor antijüdischen Ressentiments in der Öffentlichkeit keine jüdischen Symbole mehr.
In einem Land, welches geprägt ist durch christlich-jüdische Kultur, sind diese Entwicklungen nicht hinnehmbar. Um zu erfahren, was die Landesregierung dagegen unternimmt, fragten wir:
- Welche Kenntnisse hat die Landesregierung von antisemitischen Übergriffen an nordrhein-westfälischen Schulen?
- Gibt es eine zentrale Erfassungsstelle solcher Übergriffe?
- Werden antisemitische Übergriffe bei ihrer Erfassung nach dem Motiv (Rechtsextremismus/Islamismus/o.Ä.) differenziert?
- In welcher Form werden die Eltern der Kinder, welche Opfer von Antisemitismus geworden sind unterstützt?
- Plant die Landesregierung im Hinblick auf Antisemitismus durch Schüler mit muslimischen Glauben besondere Sensibilisierungsmaßnahmen?
Die Zahlen der Landesregierung stehen im Widerspruch zu der oben genannten Studie: Die Landesregierung kommt zu dem Schluss, dass zirka 77 Prozent der antisemitischen Straftaten an nordrhein-westfälischen Schulen dem Phänomenbereich Rechts zuzuordnen sind. Es hat den Anschein, dass antisemitische Straftaten nahezu pauschal dem Phänomenbereich Rechts zugeordnet werden, ohne Beachtung des Motivs. Darauf weist auch die ausweichende Antwort auf die dritte Frage hin. Programme des Landes, die sich explizit gegen den antimuslimischen Rassismus wenden, scheint es nicht zu geben.
Zur vollständigen Antwort der Landesregierung (Drucksache 17/1587).
Effektiver Schutz des Bürgers statt aufgeblähter Bürokratie!
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Allein unter Frauen – Gleichstellung ohne Männer?
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Sind türkische Rocker-Clubs Erdogans verlängerter Arm in NRW?
Zur vollständigen Kleinen Anfrage 552 (Drucksache 17/1275).
Der türkische Rocker-Club „Osmanen Germania“ fällt nicht nur durch Gewaltkriminalität, Drogen- und Waffenbesitz auf, sondern auch durch eine stark politische Komponente. Beispielsweise soll der Rocker-Club Flyer für eine den Grauen Wölfen nahestehende Organisation verteilt haben. Auch soll der türkische Nachrichtendienst Milli Istihabarat Teskilati (MIT) die Aktivitäten der Osmanen Germania, die sich gegen Mitglieder der Gülen-Bewegung und kurdische Gruppen richten, als Terrorbekämpfung bewerten und unterstützen.
Da Nordrhein-Westfalen und Deutschland nicht der Austragungsort fremder Konflikte sein dürfen, stellten wir der Landesregierung folgende Fragen:
- Welche Kenntnisse hat die Landesregierung über politische Aktivitäten der Osmanen Germania?
- In welcher Form werden die Osmanen Germania vom türkischen Geheimdienst gegen politische Gegner eingesetzt?
- In welcher Form werden die Osmanen Germania vom türkischen Geheimdienst unterstützt?
- Gibt es Verbindungen zwischen den Osmanen Germania und DITTIB oder der türkischen Regierungspartei AKP?
- Wann plant die Landesregierung ein Verbot der Osmanen Germania?
Die Landesregierung teilt in ihrer Antwort mit, dass sich Osmanen Germania auch politisch betätigt und dabei auch rechtsextremistische Positionen im Internet vertritt. Es ist davon auszugehen, dass entsprechende Straftaten in die PMK Rechts einfließen und daraufhin durch Politik und Medien uns zugeordnet werden. Die Landesregierung hat kein Wissen von einer Verbindung des MIT mit den Osmanen Germania, gibt aber zu, dass führende Mitglieder des Rocker-Clubs Kontakt zu Vertretern der AKP beziehungsweise der türkischen Justiz pflegen.
Zur vollständigen Antwort der Landesregierung (Drucksache 17/1496).
Vollverschleierung in Nordrhein-Westfalen
Zur vollständigen Kleinen Anfrage 481 (Drucksache 17/1065).
Das Gesicht einer Person ist in unserem Kulturraum das wichtigste Erkennungsmerkmal, mit dem wir ein Gegenüber erfassen und einschätzen. Das Gelingen einer sozialen und kulturellen Integration setzt voraus, dass jede Person, die hier aufgenommen werden will, sich dem hiesigen Grundkonsens anschließt. Jedoch bringt die religiös motivierte Vollverschleierung den Unwillen zur Integration und gesellschaftlicher Teilhabe zum Ausdruck. Auch weniger drastische Formen der Verschleierung, wie Hidschab oder Tschador sind Ausdruck derselben Ablehnung der gemeinsamen, freiheitlichen Regeln.
Bei Kindern und Jugendlichen ist die Vollverschleierung besonders kritisch: Das Tragen einer Vollverschleierung offenbart hier, dass diese sich in der wichtigsten Phase ihrer Entwicklung von unseren freiheitlichen Regeln und unserer Gesellschaft abwenden oder dazu gezwungen werden. In öffentlichen Einrichtungen wie Schulen ist dies nicht zu tolerieren, da so auch andere Schülerinnen unter Druck gesetzt werden. Wir fragten daher die Landesregierung:
- Wie viele Schülerinnen in Nordrhein-Westfalen tragen in der Schule aus religiösen Gründen eine den islamischen Regeln entsprechende Form der Verschleierung? (Bitte nach Art der Verschleierung aufschlüsseln)
- Wie hat sich die Zahl der Schülerinnen, die aus religiösen Gründen in der Schule eine Form der Verschleierung tragen, in den letzten 10 Jahren entwickelt?
- Wie hat sich in dieser Gruppe der Altersdurchschnitt, ab dem eine Verschleierung in der Schule getragen wird, in den letzten 10 Jahren entwickelt?
- Sind der Landesregierung Fälle bekannt, bei denen die Schülerin die Verschleierung nicht freiwillig trägt?
- Sieht die Landesregierung die religiös-motivierte Vollverschleierung nur in Form der Burka als „integrationspolitisch verheerend“ an, oder sieht sie diese Problematik auch bei anderen Formen der Vollverschleierung, wie dem Nigab?
In ihrer Antwort zeigt die Landesregierung, dass sie nicht dokumentiert, ob Schülerinnen verschleiert die Schule besuchen. Dementsprechend sind ihr auch keine Fälle bekannt, in denen eine Schülerin die Verschleierung nicht freiwillig trägt.
Zur vollständigen Antwort der Landesregierung (Drucksache 17/1385).
November 2017
Wird die nordrhein-westfälische CDU durch türkisch-muslimische Nationalisten unterwandert?
Zur vollständigen Kleinen Anfrage 425 (Drucksache 17/944).
Als Reaktion auf die Armenien-Resolution des deutschen Bundestags gründeten konservative Muslime den CDU-nahen Verband „Muslime in der Union“ (Midu). Dieser ist exklusiv für sunnitische Muslime. Liberale Muslime und muslimische CDU Abgeordnete wurden nicht eingeladen, da ihnen die Glaubwürdigkeit in der muslimisch-türkischen Gemeinde fehle. Midu-Gründungsmitglied Mehmet Alparslan Celebi lehnt den Gedanken eines deutschen Islams und einer europäischen Erneuerung des Islams ab. Betrachtet man Celebi genauer, verwundet dies nicht: Er ist weiter Vorstandsmitglied des Atib-Islamverbandes. Nach Einschätzung der Bundesregierung soll Atib eine „hundertprozentige Abspaltung der Föderation der türkischen Idealistenvereine in Deutschland“, also der rechtsextremen Grauen Wölfe, sein.
Besorgt über die Unterwanderung der CDU, also der Regierungspartei auf Bundesebene und in mehreren Bundesländern, durch türkische Nationalisten fragten wir die Landesregierung:
- Welche Kenntnisse hat die Landesregierung über Kontakte zwischen Mitgliedern den nordrhein-westfälischen CDU und Mitgliedern oder Sympathisanten der oben genannten Organisationen?
- Welche Konsequenzen zieht die Landesregierung aus Kontakten zwischen Mitgliedern der Regierung und islamistisch-nationalistischen Organisationen?
- Welche Maßnahmen plant die Landesregierung, um eine Unterwanderung der Regierungspartei CDU durch oben genannte Organisationen zu verhindern?
Die Landesregierung beantwortet keine der Fragen, da man „lediglich extremistische Parteien und Organisationen, aber keine Parteien, die dem demokratischen Spektrum zuzuordnen sind“ beobachte.
Zur vollständigen Antwort der Landesregierung (Drucksache 17/1364).
Angriffe auf Studentenverbindungen
Zur vollständigen Kleinen Anfrage 424 (Drucksache 17/943).
Die Zahl der Gewaltstraftaten gegen Mitglieder von Studentenverbindungen ist in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Bei solchen Attacken werden die Mitglieder teils schwer verletzt, ihre Häuser attackiert und teils stark beschädigt. Besonders in links-geprägten Universitätsstädten können sich Mitglieder der Studentenverbindungen in der Öffentlichkeit nicht in Vollcouleur, das heißt mit Band und Mütze der Verbindung, zeigen. Auf Initiative der Allgemeinen Studierendenausschüsse (AStA) untersagten viele Universitäten den örtlichen Studentenverbindungen die Räumlichkeiten der Universität zu verwenden.
Studentenverbindungen können auf eine lange Tradition zurückblicken und haben die deutsche Geschichte geprägt. Manche bildeten sich nach den Befreiungskriegen gegen die französische Besatzung. Angriffe und Einschränkungen ihrer Mitglieder sind nicht zu tolerieren. Deshalb fragten wir die Landesregierung:
- Wie viele Straftaten gegen Studentenverbindungen und deren Mitglieder sind der Landesregierung seit 2012 in Nordrhein-Westfalen bekannt? (Bitte aufschlüsseln nach Verbindung, Ort, Datum, Delikt und gegebenenfalls Verortung im Bereich politisch motivierte Kriminalität)
- An wie vielen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gibt es Verordnungen, Broschüren oder sonstige Publikationen oder Veranstaltungen, die sich gegen Studentenverbindungen richten? (Bitte nach Hochschule und Art der Maßnahme gegen Studentenverbindungen aufschlüsseln)
- Welche Maßnahmen gedenkt die Landesregierung zu treffen, um Studentenverbindungen, ihr Eigentum und ihre Mitglieder vor Gewaltstraftaten und Anschlägen zu schützen?
Aufgrund fehlender Erfassung hat die Landesregierung keine Informationen zu konkreten Straftaten; gegen Studentenverbindungen gerichtete Maßnahmen durch Hochschulen soll es nicht geben. Konkrete Maßnahmen gegen diese Angriffe plant die Landesregierung nicht.
Zur vollständigen Antwort der Landesregierung (Drucksache 17/1222).